Netzergänzende Maßnahmen
Neue Verkehrsader für Mitteldeutschland
Als Voraussetzung für den künftigen Betrieb des City-Tunnels Leipzig sind umfassende Modernisierungsarbeiten im Eisenbahnknoten Leipzig erforderlich. Dazu gehören neben den Bauarbeiten in dem rund 12 Kilometer langen Streckenabschnitt Engelsdorf-Gaschwitz auch die Elektrifizierung der Strecke Borna-Geithain.
Engelsdorf – Gaschwitz
Ziel der Netzergänzenden Maßnahmen auf dem rund zwölf Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Engelsdorf und Gaschwitz ist es, die südlichen Zufahrtstrecken für den City-Tunnel Leipzig zu erneuern und Gleisanlagen und Verkehrsstationen an die veränderte Linienführung anzupassen.
Insgesamt erneuert die DB hier mehr als 28 Kilometer Gleis, rund 20 Weichen und 400 Oberleitungsmasten mit den entsprechenden Kettenwerken. Insgesamt acht Stützwände müssen neu errichtet werden.
Um den Schienenlärm für die Anwohner von Markkleeberg einzudämmen, baut die DB rund 9.000 Meter Lärmschutzwände. Die Station Markkleeberg-Nord wird vollständig neu geschaffen, zahlreiche weitere Stationen werden um- oder neugebaut.
Folgende Verkehrsstationen erhalten in diesem Zusammenhang ein neues Gesicht:
- Neubau S-Bahn-Haltepunkt Markkleeberg Nord (erstmalig)
- Neubau S-Bahn-Haltepunkt Anger-Crottendorf
- Neubau S-Bahn-Haltepunkt Völkerschlachtdenkmal
- Umbau Verkehrsanlagen Bahnhof Leipzig-Stötteritz
- Umbau Verkehrsanlagen Bahnhof Leipzig-Connewitz
- Umbau Verkehrsanlagen Haltepunkt Markkleeberg
- Umbau Verkehrsanlagen Haltepunkt Markkleeberg-Großstädteln
Vier Eisenbahnbrücken werden komplett erneuert:
- Papiermühlstraße (Leipzig-Stötteritz)
- Breitscheidstraße (Markkleeberg)
- Rathausstraße (Markkleeberg)
- Zöbigker Straße (Markkleeberg)
Bauablauf
Die Netzergänzenden Maßnahmen unterliegen einem ausgeklügelten Bauablauf mit zahlreichen aufeinander folgenden Bauabschnitten.
Ende September 2011 bis April 2012: Bauarbeiten auf den westlichen Gleisanlagen (künftige Nahverkehrsgleise) zwischen Engelsdorf und Gaschwitz. Der Schienenverkehr zwischen Engelsdorf und Gaschwitz ist in dieser Zeit über die östlichen Gleise (künftige Güterverkehrsgleise) möglich. Der Halt Markkleeberg-Großstädteln kann jedoch ab Fahrplanwechsel im Dezember nicht bedient werden. Beginn des Rückbaus der westlichen Überbauten der vier Eisenbahnüberführungen.
April 2012 bis November 2012: Sperrung der Waldbahn zwischen Markkleeberg-West und Gaschwitz aufgrund der Erneuerung der Eisenbahnüberführung Zöbigker Straße. Beginn der Bauarbeiten an allen vier Eisenbahnbrücken. Der Verkehr zwischen Engelsdorf und Gaschwitz ist in dieser Zeit auf den östlichen Gleisen weiter möglich.
November 2012 bis September 2013: Totalsperrung zwischen Engelsdorf und Gaschwitz. Komplettierung der westlichen (künftige Nahverkehrsgleise) und Neubau der östlichen Gleisanlagen (künftige Güterverkehrsgleise) in diesem Streckenabschnitt inklusive Neu- und Umbauarbeiten der Stationen und Fertigstellung der Eisenbahnüberführungen. Wiederinbetriebnahme der Waldbahn zur Umleitung des Personen- und Güterverkehrs. Dieser Umleitungsverkehr dauert für den Nahverkehr bis zur Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig im Dezember 2013 und für den Güterverkehr bis zur Inbetriebnahme der westlichen Gleise im Sommer 2014 an.
September 2013 bis Sommer 2014: Die Nahverkehrsstrecke zwischen Engelsdorf und Gaschwitz (westliche Gleise) ist ab September 2013 fertig gestellt und steht damit für den Probebetrieb durch den City-Tunnel (September bis Dezember 2013) zur Verfügung. Bis zur endgültigen Inbetriebnahme des City-Tunnels Leipzig wird der Personen- und Güterverkehr weiterhin über die Waldbahn umgeleitet. Bis Sommer 2014 finden auf den östlichen Gleisen (künftige Güterverkehrsgleise) Restbauarbeiten sowie Renaturierungs- und Abschlussarbeiten statt.
Borna – Geithain
Von Juli bis Ende September 2010 hat die DB den rund 18 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Borna und Geithain vollständig elektrifiziert. Rund acht Millionen Euro flossen in das Projekt. Ziel war es, die Stadt Geithain sowie die an der Strecke liegenden Haltepunkte in das künftige, elektrisch betriebene Mitteldeutsche S-Bahn-Netz einzubinden und die Nahverkehrszüge über Borna durch den City-Tunnel weiter nach Norden zu führen.
Insgesamt rund 300 Oberleitungsmasten waren dafür im Abstand von rund 60 Metern entlang der eingleisigen Strecke aufgebaut worden. Im einzigen zweigleisigen Abschnitt der Strecke – im Bahnhof Frohburg – wurden Oberleitungsmasten mit Doppelauslegern installiert, die beide Gleise überspannen können. Seit 1. Oktober stehen die Oberleitungsanlagen unter Hochspannung.
In diesem Zusammenhang waren zahlreiche weitere Modernisierungsarbeiten erforderlich. So wurde in Frohburg ein neues elektronisches Stellwerk (ESTW) errichtet, das für den elektrischen Betrieb auf der Strecke Vorrausetzung ist. Gleichzeitig wurden der gesamte Streckenbereich sowie das Bahnhofsumfeld in Borna mit moderner Leit- und Sicherungstechnik ausgestattet. Die Strecke Borna-Geithain wird künftig aus dem Zentralstellwerk in Geithain gesteuert und überwacht.
