Historie

Historie::Leipziger Hauptbahnhof 1912
Leipziger Hauptbahnhof 1912

Die Tunnelidee zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Die erste Teilstrecke der Leipzig – Dresdner Eisenbahn wurde 1837 eröffnet. Bis zur Jahrhundertwende stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 49.076 auf 456.156 an. Durch das Wachstum der Stadt und der Industrie nahm auch der Eisenbahnverkehr zu. Diesen neuen Verkehrsverhältnissen versuchte man sich durch den Neubau von Streckenabschnitten und Verkehrsstellen sowie den Umbau der alten Bahnhöfe anzupassen. Durch die stetig steigenden Anforderungen wurden zahlreiche dieser Maßnahmen schnell überholt, so dass eine totale Neugestaltung der Leipziger Verkehrsanlagen unumgänglich war.

1892 wurde zwischen den Staatseisenbahnverwaltungen Preußens und Sachsens, der Stadt Leipzig und der Reichspostverwaltung vertraglich vereinbart, in Leipzig einen Zentralbahnhof (heute Hauptbahnhof) zu bauen. Der Bayerische Bahnhof sollte als 'Südbahnhof' erhalten bleiben.

Vor Abschluss der Arbeiten am Zentralbahnhof und bei der Umgestaltung der Leipziger Bahnanlagen wurde über den Bau einer Bahnanlage zwischen den beiden Bahnhöfen nachgedacht, die im Stadtgebiet als Untergrundbahn verlaufen könnte.

Der rund 710 Meter lange Abschnitt des U-Bahn-Tunnels wurde vom Frühjahr 1913 bis Ende 1914 gebaut. Er endete 8,50 Meter vor der Umfassungswand des Hauptbahnhofes und wurde dort vorläufig verschlossen. Geplante Haltepunkte der U-Bahn waren unter dem Bahnhofsvorplatz, dem Augustusplatz und weiter in südlicher Richtung.

Trotz stockender Arbeiten durch Ausbruch des Ersten Weltkrieges konnte am 1. Oktober 1915 der mit 26 überdachten und 8 Außenbahnsteigen größte Kopfbahnhof Europas eingeweiht werden. Das U-Bahn-Projekt wurde 1934 wieder in Angriff genommen, es musste jedoch kurz vor Baubeginn eingestellt werden.